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Online Spiele: Warum der Trend an uns Introvertierten vorbei geht

Reine Multiplayer Spiele erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Speziell Online Multiplayer Spiele führen die Verkaufscharts an. Dota 2, PUBG, World of Warcraft, GTA 5: Online, und wie sie alle heißen, verkaufen sich buchstäblich seit Jahren fantastisch und können sich einer großen Spielergemeinde erfreuen. Die Publisher freuen sich über steigende Einnahmen durch Mikrotransaktionen, Addons und Abonnement Gebühren. Der Terminus „Games-as-a-Service“ wurde geboren, der die stetige Weiterentwicklung  durch Updates eines Spieles beschreibt. Doch wo finden wir Introvertierten uns in alldem wieder?

Wir Introvertierten haben andere Bedürfnisse, wenn es um Videospiele geht. Wir suchen nach Erlebnissen mit tollen Geschichten und Charakteren, die uns zum Nachdenken bringen. Wir sind Kopfmenschen und lassen und gern mit fantastischen Erzählungen unterhalten. Doch ebenso gern spielen wir zum Abschalten und Regenerieren. Viele Introvertierte Zocker konnten mir bestätigen, dass sie gerne Strategiespiele zum Entspannen spielen. Auf den ersten Blick klingt das etwas verwirrend. Doch wenn wir unsere Kreativen und Emotionalen Kräfte ausruhen wollen, aktivieren wir doch gerne auch mal den Strategen und Planer in uns. Hier eignen sich Strategie, Logik, Simulationen, Renn- oder Sportspiele ganz gut. Diese Genres erfordern die Aktivierung unserer linken Gehirnhälfte und lassen unsere kreative und emotionale Seite erstmal ruhen.

Spielen zum Sozialisieren würde ich nach Erleben und Erholen, als dritte Kategorie benennen, wenn es um mein typisches Videospiel Verhalten geht. Mit Freunden ein Erlebnis teilen, in Kontakt bleiben und einfach mal Online quatschen. Spielen mit guten Freunden, denen volles Vertrauen geschenkt wird, mit denen man Lachen und Weinen kann ist etwas besonderes. Das funktioniert sowohl Online wie auch Offline wunderbar. Faktum ist aber, dass es nicht immer möglich ist, Spiele nur mit Freunden zu spielen. Zum einen ist es terminlich, voller allem in zunehmenden Alter, immer schwerer gleichzeitig für unser liebstes Hobby zeit zu finden. Zusätzlich kommt es immer seltener vor das im Freundeskreis dieselben Spiele gekauft werden. So kommt es immer wieder vor, Online Spiele mit Fremden spielen zu müssen.

Für uns Introvertierten ist bereits im Alltag der Kontakt zu völlig Fremden nicht gerade auf der Wunschliste ganz oben. Small Talk finden wir fürchterlich und besonders Energie raubend. Wenig anders verhält es sich bei Spielen. Ich selbst habe es immer möglichst vermieden in Videospielen überhaupt mein Headset zu aktivieren, um mich mit anderen unterhalten zu müssen. Es ist ein großes Maß an Vertrauen notwendig, bevor ich eine direkte Kommunikation in Erwägung ziehe. Spiele, bei welchen eine direkte Kommunikation mit Fremden notwendig ist, vermeide ich großteils. Erschwerend kommt hinzu, das Online Communities nicht gerade dafür bekannt sind sehr freundlich auf Fehler von Neueinsteigern zu reagieren. Allzu oft werden Spieler beschimpft und es kommt zu Streitigkeiten. Ganz gleich, ob jemand aus meiner Gruppe oder sogar ich selbst zum Opfer einer solchen Attacke werde, so etwas braucht niemand!

Viele reinen Multiplayer Online Spiele haben aber noch weitere Probleme, die auf uns Introvertierten abschreckend wirken. Das Game Design vieler MMO-typischer Spiele, basieren auf einem Sammel und Belohnungssystem. Der Spieler bekommt die Aufgabe auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten, indem er immer wieder dieselben Aufgaben erfüllt (grinden). Sobald das geschieht, wird der Spieler mit einem Gegenstand (Loot) im Spiel belohnt, welches ihn von den restlichen Spielern abheben soll. Gleichzeitig wird das nächste Ziel offenbart, auf das der Spieler wieder hinarbeiten soll. Dieser Grind-Loot-Loop wird in vielen Spielen eingesetzt um mit minimalen Aufwand, seitens der Entwickler, den Spieler maximal lange zu beschäftigen, damit das Spiel möglichst lange konsumiert wird. Im Grunde wird dem Spieler eine To-Do Liste zum erledigen gegeben. Wie bereits in einem anderen Artikel erwähnt, sind wir Introvertierten nicht besonders empfänglich für solche Systeme und finden darin weder Spaß, Unterhaltung oder Erholung.

Deshalb kann zusammenfassend gesagt werden, dass auf Grund des Game Designs und der Kommunikationspflicht vieler Online Multiplayer Spiele, das Interesse von uns Introvertierten Videospieler oftmals nicht vorhanden ist. Ausgenommen davon sind selbstredend tolle kooperative Spiele, die mit Freunden Online und Offline genossen werden dürfen. Nur leider sind jene selten geworden.

Falls ihr eine Geschichte zu dem Thema habt, schreibt sie mir doch! Ich lese immer gerne persönliche Erfahrungen von Introvertierten Spielern und versuche sie in meine Artikel mit einzubauen.

Header Grafik von: https://thatoddowl.deviantart.com/

2 Antworten auf „Online Spiele: Warum der Trend an uns Introvertierten vorbei geht Hinterlasse einen Kommentar

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